
Interprofessionelles Bewegungskonzept
Das Interprofessionelle Bewegungskonzept wurde im Alterszentrum Park in Frauenfeld in Zusammenarbeit mit der Physiotherapie zum Park anhand der Vorlage des deutschen BaSAlt-Projektes, sowie der Vorlage der Integration des betrieblichen Gesundheitsmanagement 2024-2025 erstellt und implementiert. Es hat das Ziel Bewohnende in der Institution zu mehr Bewegung im Alltag zu motivieren oder wo nötig gezielt zu unterstützen (Thiel et al, 2020).
Bewohnende von Alters-/ Pflegeheimen pflegen einen hauptsächlich sitzenden Lebensstil und sind mit zunehmender Einschränkung vermehrt auch immobil. Die Ursachen von verminderter Mobilität im Alter sind verschiedene Krankheitszustände, Wahrnehmungseinschränkungen durch physiologische Alterungsprozesse, sowie psychosoziale Gründe (Zeyfang et al., 2018).

Die Weiterführung oder Wiederaufnahme von regelmässiger und angepasster Bewegung bewirkt auch im fortgeschrittenen Alter eine Erhaltung oder Verbesserung der Funktionalität im Alltag. Dies erhöht die Autonomie und steigert somit die Lebensqualität (Valenzula et al 2023).
Derartige körperliche Aktivierungsmassnahmen sind bisher jedoch nicht systematisch in Schweizer Alters- / Pflegeheime implementiert. Für deren nachhaltige Umsetzung ist die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen der pflegerischen Profession und weiteren Berufsgruppen (z.B. PhysiotherapeutInnen) nötig (Drenth et al., 2023).
​
​​
​​
(WHO, 2020)
Sensibilisierung, dass Bewegung im Alltag für Bewohnende und Personal wichtig ist. Jede Unterbrechung von Sitz- oder Liegezeit ist gesundheitlich wertvoll.
Implementieren des Mottos: Jede Bewegung zählt
Schulungen zu Bewegungsförderung und Ergonomie
140 Mitarbeitende wurden zu den Themen Bewegungsförderung, Transfer und Ergonomie am Arbeitsplatz geschult. Alle Mitarbeitende haben Zugang zu gezielten Bewegungsübungen in Videoformat und Informationen zum Thema Ergonomie am Arbeitsplatz.
​
Bewegungsförderung durch aktive Pausen im Arbeitsalltag:​

Beispiel Kniebeuge aus dem Video: starke Beine, starker Rumpf
Ergonomie am Arbeitsplatz für Personal mit Bürotätigkeit:

Beispiel Einstellung Bildschirmhöhe
Ergonomie am Arbeitsplatz für Pflegepersonal:



Beispiel Transfer Bett- Rollstuhl für Bewohnende, mit grossem Unterstützungsbedarf.
Interprofesionelle Zusammenarbeit
Interprofessionelle Rapporte zu Bewegungsfragen (Bewegungssprechstunden) mit der Physiotherapie und Pflege, wenn möglich mit Einbezug der Bewohnenden. Die engere Zusammenarbeit bündelt Wissen und ermöglicht Bewohnende auch in schwierigeren Situationen bestmöglich für mehr Alltagsbewegung zu unterstützen.
Bewegungsverantwortliche
Aus jedem Pflegeteam wurden 1-2 Mitarbeitende als Thementrägerinnen der Bewegungsförderung im Heimalltag ernannt. Sie wurden im Rahmen des Konzepts geschult und sind für die für die Sensibilisierung für mehr Bewegung zuständig. Die Bewegungsverantwortlichen traffen sich für mehrere Sitzungen um bewegungsförderliche Massnahmen auf den Wohneinheiten zu entwickeln.
Bewegungsförderung für Bewohnende mit Bewegungsboxen
Es gibt auf jeder Wohneinheit eine Bewegungsbox mit Übungsmaterialien und -anleitungen zur schnellen und sicheren Bewegungsförderung zur selbständigen Benützung oder mit Unterstützung durch Pflege, Physiotherapie oder Angehörigen.
​

Inhalt einer Bewegungsbox: Reaktionslichter, Tischcurling, Hanteln, Wurfspiel mit Säckli und Plastikeimer, Ballone, Knetmasse und Anleitungen zu Übungsempfehlungen im Stand oder Sitz.
Bei Fragen zum Konzept sind wir gerne bereit ihnen noch detaillierter Auskunft zu geben. Sie erreichen uns durch: info@physiozumpark.ch oder telefonisch unter 052 728 7785.
Wir danken allen, die beim Interprofessionellen Bewegungskonzept mitgewirkt haben. insbesondere bedanken wir uns für die Finanzierung durch den Solifonds, bei der Stadt Frauenfeld und den Mitarbeitenden des Alterszentrum Parks und der Physiotherapie zum Park.
Das Konzeptteam
​​
​
​
​
​
​
​
​
​
​
​
​
​

Martina Grupp Fachentwicklung Pflege, Alterszentrum Park
Rahel Messmer, Physiotherapie zum Park
Rebekka Kraft, Physiotherapie zum Park (von l. nach r.)
Literatur
​
Thiel A. et al (2023), Bewegungsförderung im Pflegeheim- ein Praxisleitfaden, BaSAlt, Tübingen: Universität Tübingen, abgerufen am 11.1.2026. Praxisleitfaden BaSAlt
Drenth, H., Krijnen, W., van der Weerd, L. et al. (2023). Nursing home geriatric rehabilitation care and interprofessional collaboration; a practice-based study. Bundesamt für Gesundheit BAG, 2021
Valenzuela, P. L., Saco-Ledo, G., Morales, J. S., Gallardo-Gómez, D., Morales-Palomo, F., López-Ortiz, S., Rivas-Baeza, B., Castillo-García, A., Jiménez-Pavón, D., Santos-Lozano, A., Del Pozo Cruz, B., & Lucia, A. Effects of physical exercise on physical function in older adults in residential care: a systematic review and network meta-analysis of randomised controlled trials. The Lancet Healthy Longevity, 2023
Zeyfang, A. et al. Basiswissen Medizin des Alterns und des alten Menschen. Heidelberg: Springer, 2018.